Die Geschichte der Schließtechnik.

 

Wie lange gibt es schon verschiedene Schließtechniken und Schließmechanismen?

Schließtechnik ist der Oberbegriff der viele Arten von technischen Schließmechanismen beinhaltet. Ein Schließmechanismus ist eine Vorrichtung, die dazu dient etwas einzuschliessen oder abzusperren, um es für unberechtigte Personen unzugänglich zu machen. Den Zugang zu der versperrten Einheit/Sache soll nur derjenige bekommen, der in Besitz eines Schlüssels o.ä. ist, mit Hilfe dessen man diese Vorrichtung wieder öffnen/aufsperren kann. Ein gewöhnliches Zylinderschloss in Ihrer Wohnungstür ist ein Schließmechanismus. Ein Vorhängeschloss an Ihrem Garagentor, oder auch ein Zündschloss in Ihrem Auto. Das sind alles Schließmechanismen. Und diese gehören zu dem Bereich Schließtechnik.

Bereits in der Antike machten sich unsere Vorfahren Gedanken um die Sicherheit ihres Zuhauses. Wann genau das erste Schließmechanismus erfunden und eingesetzt wurde weiß heute niemand. Die Forscher vermuten, dass es bereits vor ca, 7000 Jahren,  im Jahre um 5000 v.Chr. Schließvorrichtungen gab, die Unbefugte daran hindern sollten, Schätze zu rauben. Natürlich hatte damals nicht jeder Bauer ein Türschloss in seiner Hütte. Die meisten hatten nicht mal eine Tür.

Das älteste bekannte Schloss wurde in den Ruinen von der Stadt Ninive, der Hauptstadt des Assyrischen Reiches, gefunden.

Später haben Ägyptische, Syrische und Persische Handwerker Fallriegelschlösser entwickelt und hergestellt. Diese bestanden aus einem, oder später mehreren Holzstiften, einem Fallriegel, einem Schlossgehäuse mit Türbefestigung und einem Schlüssel. Wenn der Schlüssel eingelegt wurde, wurden die Holzstifte aus den Bohrmulden im Riegel angehoben, der Fallriegel konnte bewegt werden und die Tür wurde geöffnet. Sobald man den Schlüssel rausgezogen hatte, fielen die Holzstifte in die gebohrten Öffnungen im Fallriegel und blockierte diesen. Die Tür war sicher gesperrt. Die modernen Zylinderschlösser funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip.

Die ersten Ganzmetallschlösser gab es erst im 9 Jahrhundert n.Chr. in England. Manche Forscher sagen aber, dass bereits im 6 Jahrhundert v.Chr. Schlösser und Schlüssel aus Metal von Theodore von Samos erfunden wurden.

Im Römischen Reich war es gang und gäbe, dass die wohlhabenden Römer Ihre Schlüssel, als Ringe, an den Fingern getragen haben, um damit allen Ihren Wohlstand und die hohe gesellschaftliche Position zu demonstrieren. Es hieße, dass der Träger reich und wichtig genug war, um Geld, Schmuck und andere Wertsachen zu sichern. Oft aber waren die Schatullen und Kisten mit ihren ausgeklügelten Schließmechanismen mehr wert, als der Inhalt.

Im späten 18 Jahrhundert n.Chr., als die industrielle Revolution begann, und die Feinmechanik und Komponenten-Standarisierung sich weiterentwickelten, wurden Metallschlösser und Metallschlüssel immer komplexer und raffinierter. Die Zuhaltungsverriegelung, die einen Satz von Zuhaltungen verwendete, um zu verhindern, dass sich der Riegel im Schloß bewegt, wurde von Robert Barron im Jahre 1778 perfektioniert. Seine doppeltwirkende Zuhaltungsverriegelung erforderte, dass die Zuhaltungen auf eine bestimmte Höhe angehoben wurden, indem er mehrere davon mit dem passenden Schlüssel bewegte. Im Jahr 1818 verbessern Jeremiah Chubb das Schloss, indem er die Anzahl der Zuhaltenden erhöht und damit die Sicherheit des Schlosses auf bislang unbekannten Masschtab katapultiert. Der begnadete Erfinder bekam 100 Pfund Prämie von der Britischen Regierung, nachdem ein erfahrener Profi-Einbrecher, dem im Falle des Erfolges die Erlassung seiner Haftstrafe zugesichert wurde, das Schloss innerhalb von 3 Monaten nicht knacken konnte und aufgegeben hatte. Es entstand ein sicheres Chubbschloss. Diese  Schlossart wird heute noch, vor allem, im Tresorbau oder als sicheres Zusatzschloss für Eingangstüren verwendet.

Die Schlösser von Barron und Chubb basierten auf dem Gebrauch von beweglichen Zuhaltungen, aber Joseph Bramah, ein ebenfalls sehr talentierter Erfinder, entwickelte eine alternative Methode im Jahre 1784. Bei seinem Schloss benutzte er einen zylindrischen Schlüssel mit präzisen Kerben entlang der Oberfläche. Erst 41 Jahre nach dem Tod von Joseph Bramah wurde sein Schloss von einem Amerikaner, Alfred Charles Hobbs geknackt. Der erfahrene Panzerknacker, der für das sichere Chubbsche Schloss nur 25 Minuten brauchte, schaffte es erst nach 16 Tagen das Bramahschloss zu öffnen. Er erhielt dafür eine Prämie in Höhe von 200 Britische Pfund. Leider sind die Bramahschlösser sehr teuer und kompliziert in der Herstellung, deshalb gibt es sie fast ausschließlich im Tresorbau.

Das erste Zylinderschloss wurde vom Linus Yale im Jahre 1848 entwickelt und patentiert. Diese Schlossart ist heute die verbreitetste und ist in Millionen von Türen eingebaut.

Das erste elektronische Türschloss, in dem eine Magnetkarte, anstatt des Schlüssels benutzt wurde, setzte man 1974 in einem Hotelzimmer in den USA ein.

Der technologische Fortschritt geht weiter und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir in der Zukunft neue Schlossarten im Alltag nutzen werden. Vielleicht schon sehr bald werden wir unsere Wohnung mit unseren Gedanken öffnen, wer weiss…

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